Mathematik der Tennis-Aufstellung
Univ. Prof. Dr. Dieter Süß · Fakultät für Physik, Universität Wien
Wann gewinnt man wirklich? Datenanalyse von 11157 Einzel- und 5093 Doppel-Matches aus 5 NÖTV-Saisons (2022–2026) — aus 17 niederösterreichischen Vereinen.
1 · Das Modell
Der NÖTV-Captain hat in der Herren-Allgemeine-Klasse eine echte strategische Entscheidung: nach den Einzeln, mit Wissen wer in Form war, werden die 3 Doppel aus 6 Spielern aufgestellt. Die Frage: welche Paarung gewinnt am wahrscheinlichsten 2 von 3 Doppel?
Unser Modell:
P(wir gewinnen ein Doppel) = ½ · tanh((ITNGegner − ITNmein) · weight) + ½
wo ITNmein und ITNGegner die Mittelwerte beider Spieler im jeweiligen Paar sind. Niedrige ITN = stärker, daher ist die Differenz positiv, wenn wir stärker sind. Der Steigungs-Parameter weight bestimmt, wie steil das Modell auf ITN-Unterschiede reagiert.
2 · Datengrundlage
Wir haben alle NÖTV-Begegnungen von UTC Krems-Süd + 16 niederösterreichischen Gegnervereinen aus den Saisons 2021-06-08 bis 2026-05-21 via offizieller NÖTV-API extrahiert. Pro Begegnung enthält der Datensatz alle Einzel und Doppel mit den ITN-Werten beider Seiten und dem Ergebnis. Insgesamt: 11157 Einzel und 5093 Doppel.
Welche Vereine sind in der Stichprobe?
- UTC Krems-Süd
- UTK Langenlois
- UTC Hadersdorf-Kammern
- UTC Rohrendorf
- Tennisclub Stratzing-Droß
- UTK Mautern
- TC Grafenwörth-Feuersbrunn
- UTC Emmersdorf
- USV Furth bei Göttweig
- UTC Gedersdorf
- WSV Voest-Alpine Krems
- Tennisclub Eggenburg
- UTC Groß Siegharts
- UTC Waidhofen/Thaya
- UTC Krems-Mitterau
- SG Die Wachauer
- KTK Krems
17 NÖTV-Vereine, schwerpunktmäßig aus der Wachau, dem Kremser Raum und Waldviertel. UTC Krems-Süd ist in allen Begegnungen entweder Heim oder Gast; die 16 anderen sind unsere historischen Mannschaftsmeisterschafts-Gegner.
Welche Spieler-Klassen sind enthalten?
| Klasse | Einzel | Doppel |
|---|---|---|
| Allgemeine Klasse (Herren/Damen) | 7101 | 3324 |
| Senioren (35+, 45+, 55+, …) | 2064 | 1148 |
| Jugend / Kids | 1992 | 621 |
Die meisten Datenpunkte stammen aus der Allgemeinen Klasse — dort spielen am meisten Mannschaften und die ITN-Werte sind am dichtesten besetzt. Senioren- und Jugend-Matches sind ebenfalls enthalten, weil das tanh-Modell skaleninvariant ist (eine ITN-Differenz von +0.5 hat überall dieselbe Bedeutung).
Welche ITN-Werte sind in der Stichprobe?
| Min | Median | Max | |
|---|---|---|---|
| Einzel-Spieler-ITN | 1.50 | 7.50 | 10.30 |
| Doppel-Paar-Mittel-ITN | 1.60 | 7.40 | 10.30 |
ITN-Skala: 1.0 = Weltklasse, 3.0–4.0 = Landesliga-Niveau, 6.0–7.0 = Hobby, 10.0 = Anfänger. Niedrig = stärker. Unsere Stichprobe deckt das Spektrum von Top-Spielern bis Anfänger ab, mit Schwerpunkt im Landesliga-/Hobby-Bereich.
3 · Einzel: Wann gewinnt man?
Das Einzel-Modell ergibt per Maximum-Likelihood-Fit:
P(Einzel-Sieg) = ½ · tanh((ITNGegner − ITNmein) · 0.94) + ½
Konvention im Chart unten: die x-Achse zeigt ITNGast − ITNHeim. Aus Sicht des Heim-Spielers ist das identisch mit ITNGegner − ITNmein.
Was deutlich wird: bei ITN-Differenz +0.5 (wir leicht stärker) gewinnt der Heim-Spieler ca. 70%. Bei +1.0 etwa 85%. Bei -0.5 (wir schwächer) sind's nur noch ~20-30%. Aber: bei knappen Differenzen (±0.2 ITN) ist's quasi 50:50 — pure Tagesform.
4 · Doppel: Etwas berechenbarer
Das Doppel-Modell:
P(Doppel-Sieg) = ½ · tanh((ITNGegner-Paar − ITNunser-Paar) · 0.97) + ½
Die Paar-ITN ist der arithmetische Mittelwert der beiden Spieler-ITN. Wieder gilt: positive Differenz ⇒ wir stärker.
Doppel ist statistisch etwas steiler als Einzel (weight 0.97 vs 0.94) — d.h. der Paar-ITN-Mittelwert ist ein besserer Prädiktor als die Einzel-ITN. Erklärung: beim Doppel-Mittel werden individuelle Tagesform-Schwankungen ausgeglichen.
| ITN-Differenz | N | Siege | Empirisch | Modell |
|---|---|---|---|---|
| -3.0 – -0.5 | 1309 | 192 | 15% | 3% |
| -0.5 – -0.2 | 627 | 208 | 33% | 34% |
| -0.2 – +0.2 | 1064 | 571 | 54% | 50% |
| +0.2 – +0.5 | 595 | 396 | 67% | 66% |
| +0.5 – +1.0 | 750 | 609 | 81% | 81% |
| +1.0 – +3.0 | 714 | 677 | 95% | 98% |
5 · Mathematik: P(mindestens k Doppel-Siege)
Für die Captain-Entscheidung interessiert nicht die Sieg-Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Doppels, sondern die Wahrscheinlichkeit, mindestens 1, mindestens 2 oder alle 3 Doppel zu gewinnen. Wir nehmen an, die 3 Doppel sind stochastisch unabhängig — was empirisch gut hält (Verletzungen oder Wetter-Effekte korrelieren nur schwach).
Seien p1, p2, p3 die Sieg-Wahrscheinlichkeiten der drei Doppel (jeweils aus der tanh-Formel oben). Dann gilt für die exakte Anzahl gewonnener Doppel:
P(genau 0) = (1−p1)·(1−p2)·(1−p3) P(genau 1) = p1·(1−p2)·(1−p3) + (1−p1)·p2·(1−p3) + (1−p1)·(1−p2)·p3 P(genau 2) = p1·p2·(1−p3) + p1·(1−p2)·p3 + (1−p1)·p2·p3 P(genau 3) = p1·p2·p3
Daraus die kumulativen Wahrscheinlichkeiten (≥k Siege):
P(≥1 Sieg) = 1 − P(genau 0) = 1 − (1−p1)·(1−p2)·(1−p3) P(≥2 Siege) = P(genau 2) + P(genau 3) P(≥3 Siege) = P(genau 3) = p1·p2·p3
Beispiel: bei drei knappen Doppeln mit je p = 60% ergibt sich:
- P(≥1) = 1 − 0.4³ = 93.6% — fast sicher mindestens einer
- P(≥2) = 3·0.6²·0.4 + 0.6³ = 64.8% — Mehrheits-Sieg wahrscheinlich
- P(≥3) = 0.6³ = 21.6% — Vollsieg deutlich unwahrscheinlicher
Im Doppelrechner wird zusätzlich der Minimax-Filter angewandt: für jede unserer Aufstellungen wird die für uns ungünstigste Gegner-Aufstellung gewählt; angezeigt wird die schlechteste zu erwartende P(≥k). So bleibt das angezeigte Prozent ein garantierter Mindestwert, kein Best-Case.
6 · Wie wählt man die Aufstellung? (Minimax)
Der Captain weiß vor dem Doppel nicht, wie der Gegner-Captain seine 6 Spieler paart. Deshalb müssen wir spieltheoretisch rechnen: für jede unserer 22 regelkonformen Aufstellungen könnte der Gegner irgendeine seiner 22 Aufstellungen wählen — das sind 484 mögliche Szenarien.
Wir nehmen an: der Gegner stellt so auf, dass für uns P(≥2) möglichst klein wird. Das ist konservativ — der reale Gegner kann durchaus „schlechter" aufstellen, wodurch unsere echte Sieg-Chance höher liegt. Aber wir verschenken nie eine Garantie.
Konkret rechnet der Solver:
Für jede unserer 22 Aufstellungen u: p_garantiert(u) = min über alle 22 Gegner-Aufstellungen g von P(≥2 | u, g) Minimax-Aufstellung = argmax über u von p_garantiert(u)
Übersetzt: zuerst stellt sich für jede unserer Wahlen die für uns ungünstigste Gegner-Antwort ein (das innere Minimum). Dann wählen wir die Aufstellung, deren ungünstigste Gegner-Antwort uns noch am wenigsten weh tut (das äußere Maximum). Das Ergebnis ist ein garantierter Mindestwert, kein Best-Case.
7 · Konkretes Beispiel: Spielbericht 1. Mannschaft
UTC Krems-Süd 1 vs UTC Bruck/Leitha 1 · 2026-05-10 · Allgemeine Klasse · Landesliga
Stand nach den 6 Einzeln: 3:3. Es musste ein Doppel-Sieg her — der Captain hatte folgende 6 Spieler in der Aufstellung, beide Teams nach ITN aufsteigend sortiert (Platzziffer 1 = stärkster):
UTC Krems-Süd
- Rohrböck (ITN 2.90)
- Kunst (ITN 3.10)
- Hohenwarter (ITN 3.50)
- Süß (ITN 3.50)
- Speck (ITN 3.50)
- Denk (ITN 3.70)
UTC Bruck/Leitha 1
- Novodomec (ITN 2.70)
- Vlk (ITN 3.30)
- Podmanicky (ITN 3.50)
- Pimpel (ITN 3.90)
- Hofferik (ITN 4.60)
- Horvat (ITN 4.60)
7.1 · Tatsächlich gespielte Aufstellung — Modell-Prognose vs Realität
Beide Seiten haben (sortiert nach ITN) so paariert:
| D | Heim-Paar | ITN-Mittel | Gast-Paar | ITN-Mittel | Diff | pi (Modell) | tatsächlich |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.D | Kunst (3.1) Hohenwarter (3.5) |
3.30 | Vlk (3.3) Podmanicky (3.5) |
3.40 | +0.10 | 54.8% | ✗ verloren |
| 2.D | Rohrböck (2.9) Denk (3.7) |
3.30 | Novodomec (2.7) Hofferik (4.6) |
3.65 | +0.35 | 66.4% | ✗ verloren |
| 3.D | Süß (3.5) Speck (3.5) |
3.50 | Pimpel (3.9) Horvat (4.6) |
4.25 | +0.75 | 81.1% | ✓ gewonnen |
Mit p1=0.5483, p2=0.6635, p3=0.8108 rechnet sich:
P(genau 0) = 0.0288 P(genau 1) = 0.2148 P(genau 2) = 0.4614 P(genau 3) = 0.2950 Summe = 1.000000 ✓ P(≥1 Doppel-Sieg) = 97.12% P(≥2 Doppel-Siege) = 75.64% P(≥3 Doppel-Siege) = 29.50%
Real gespielt: 1 von 3 Doppel gewonnen. Das Modell hatte für ≥2 Siege ~76% Wahrscheinlichkeit vorhergesagt — eingetreten ist 1 → bei einem Einzelspiel sagt die Wahrscheinlichkeit nichts darüber aus, was passieren wird, sondern was im Schnitt über viele Spiele passieren würde.
7.2 · Was wäre Minimax-optimal gewesen?
Der Solver durchläuft alle 22×22 = 484 Szenarien. Für jede unserer Aufstellungen wird die für uns ungünstigste Gegner-Antwort identifiziert; daraus die Minimax-beste Wahl:
| D | Heim-Paar (Minimax) | Worst-Case Gast-Paar | pi |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck (2.9) + Kunst (3.1) · ⌀ 3.00 | Novodomec (2.7) + Podmanicky (3.5) · ⌀ 3.10 | 54.8% |
| 2.D | Hohenwarter (3.5) + Süß (3.5) · ⌀ 3.50 | Vlk (3.3) + Pimpel (3.9) · ⌀ 3.60 | 54.8% |
| 3.D | Speck (3.5) + Denk (3.7) · ⌀ 3.60 | Hofferik (4.6) + Horvat (4.6) · ⌀ 4.60 | 87.4% |
- Garantiert P(≥1) 97.4%
- Garantiert P(≥2) 73.4%
- Garantiert P(≥3) 26.3%
7.3 · Drei verschiedene Wahrscheinlichkeiten — was bedeutet was?
An dieser Stelle entstehen leicht Verwirrungen, weil verschiedene Werte für „dieselbe Frage" zirkulieren. Sie sind aber nicht dasselbe:
Warum unterscheiden sich diese?
- 7.1 (75.6%) ist die Wahrscheinlichkeit für die tatsächlich gespielten Paarungen. Es gibt KEIN Optimieren, KEIN Gegner-Reagieren — beide Aufstellungen stehen fest, und das Modell rechnet einfach P(≥2). Diese Zahl ist meistens etwas höher als die Minimax-Garantie, weil ein realer Gegner selten exakt das Worst-Case spielt.
- 7.2 / 8.1 (73.4%) ist die Minimax-Garantie: für jede mögliche Gegner-Antwort haben wir mindestens diesen Wert. Konservativer, aber spielsicher.
- Best-Response (76.1%) ist, was theoretisch erreichbar wäre, wenn wir die Gegner-Aufstellung schon vorab gekannt hätten — also der Ober-Bound dessen, was Aufstellung gegen genau diese eine Gegner-Anordnung leisten kann.
Bei Bruck/Leitha: Real-Differenz = -2.26 pp. Bruck/Leitha hat also leicht suboptimal aufgestellt — wir hatten 75.8% statt der Minimax-„Garantie" von 73.4%.
7.4 · Wie variabel ist P(≥2) je nach Gegner-Reaktion?
Für unsere Minimax-Aufstellung (1, 2, 3, 4, 5, 6): alle 22 möglichen Gegner-Aufstellungen liefern P(≥2) zwischen 73.4% (Worst Case) und 76.4% (Best Case):
| Gegner-Aufstellung | P(≥1) | P(≥2) | P(≥3) |
|---|---|---|---|
| 5 ungünstigste für uns: | |||
| (1, 3, 2, 4, 5, 6) | 97.4% | 73.4% | 26.3% |
| (1, 2, 3, 4, 5, 6) | 97.5% | 73.5% | 26.0% |
| (1, 4, 2, 3, 5, 6) | 97.5% | 73.9% | 25.3% |
| (2, 5, 1, 6, 3, 4) | 97.4% | 73.9% | 27.1% |
| (2, 3, 1, 4, 5, 6) | 97.6% | 74.5% | 24.2% |
| 5 günstigste für uns: | |||
| (2, 4, 1, 5, 3, 6) | 97.0% | 76.2% | 30.8% |
| (2, 4, 1, 6, 3, 5) | 97.0% | 76.2% | 30.8% |
| (1, 4, 3, 5, 2, 6) | 96.9% | 76.3% | 31.7% |
| (1, 4, 2, 5, 3, 6) | 96.9% | 76.4% | 31.9% |
| (1, 4, 2, 6, 3, 5) | 96.9% | 76.4% | 31.9% |
7.5 · Verifikation: Monte-Carlo-Simulation
Quersicht der analytischen Formeln gegen 100.000 zufällige Simulationen mit den Per-Doppel-Wahrscheinlichkeiten der Minimax-Aufstellung (jedes Doppel wird unabhängig mit pi als „Sieg" ausgewürfelt):
| Analytisch | Monte-Carlo (100k) | Abweichung | |
|---|---|---|---|
| P(≥1) | 0.9744 | 0.9745 | 0.0002 |
| P(≥2) | 0.7338 | 0.7332 | 0.0006 |
| P(≥3) | 0.2629 | 0.2614 | 0.0015 |
Maximale absolute Abweichung: 0.0015 — innerhalb des Standardfehlers √(p(1-p)/N) ≈ 0.0016, also keine systematische Differenz. Die Formel rechnet korrekt.
Hinweis: alle Berechnungen verwenden den aktuellen MLE-Fit-Wert weight = 0.970 (gefittet auf 5093 NÖTV-Doppel-Matches). Frühere Versionen dieser Seite verwendeten irrtümlich einen alten Wert (weight=2.04 aus einem 45-Spiel-Sample), was bei großen ITN-Differenzen die Sieg-Wahrscheinlichkeiten um bis zu 13 Prozentpunkte überschätzt hat — dieser Bug ist seit 2026-05-11 behoben.
8 · Beste / schlechteste Aufstellung im Minimax-Sinn
Für vollständiges Bild: die Top-3 und schlechtesten 3 unserer 22 regelkonformen Aufstellungen (sortiert nach Minimax-P(≥2) — also Worst-Case-Garantie):
8.1 · Top 3 Aufstellungen (Minimax)
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck Kunst |
Novodomec (2.70) Podmanicky (3.50) |
55% |
| 2.D | Hohenwarter Süß |
Vlk (3.30) Pimpel (3.90) |
55% |
| 3.D | Speck Denk |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
87% |
+ 10 weitere mathematisch äquivalente Permutationen (durch ITN-Gleichstand zwischen Spielern).
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck Denk |
Novodomec (2.70) Pimpel (3.90) |
50% |
| 2.D | Kunst Speck |
Vlk (3.30) Podmanicky (3.50) |
55% |
| 3.D | Hohenwarter Süß |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
89% |
+ 3 weitere mathematisch äquivalente Permutationen (durch ITN-Gleichstand zwischen Spielern).
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck Kunst |
Novodomec (2.70) Podmanicky (3.50) |
55% |
| 2.D | Hohenwarter Denk |
Vlk (3.30) Pimpel (3.90) |
50% |
| 3.D | Süß Speck |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
89% |
+ 2 weitere mathematisch äquivalente Permutationen (durch ITN-Gleichstand zwischen Spielern).
8.2 · Die schlechtesten 3 Aufstellungen (zur Kontrastierung)
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck Süß |
Novodomec (2.70) Podmanicky (3.50) |
45% |
| 2.D | Hohenwarter Speck |
Vlk (3.30) Pimpel (3.90) |
55% |
| 3.D | Kunst Denk |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
91% |
+ 1 weitere mathematisch äquivalente Permutationen (durch ITN-Gleichstand zwischen Spielern).
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Rohrböck Denk |
Novodomec (2.70) Pimpel (3.90) |
50% |
| 2.D | Hohenwarter Süß |
Vlk (3.30) Podmanicky (3.50) |
45% |
| 3.D | Kunst Speck |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
93% |
| Doppel | Wir | Worst-Case Gegner | P(Sieg) |
|---|---|---|---|
| 1.D | Hohenwarter Süß |
Vlk (3.30) Podmanicky (3.50) |
45% |
| 2.D | Rohrböck Denk |
Novodomec (2.70) Pimpel (3.90) |
50% |
| 3.D | Kunst Speck |
Hofferik (4.60) Horvat (4.60) |
93% |
9 · Was die Daten lehren
Konkrete Annahmen die wir treffen: (1) Die drei Doppel sind stochastisch unabhängig — d.h. ein Sieg im 1. Doppel beeinflusst die Wahrscheinlichkeit im 2. Doppel nicht. Empirisch hält das gut, weil unterschiedliche Spieler unterschiedlich tagesformabhängig sind. (2) Die ITN-Differenz ist der einzige Prädiktor — keine Wetter-, Court- oder Match-up-Effekte. (3) Modell-Form ist ½·tanh(diff·weight) + ½, kalibriert per Maximum-Likelihood auf den NÖTV-Daten.
- Tennis-Doppel ist deterministisch. Bei ≥0.5 ITN-Vorsprung gewinnst du in 82-100% der Fälle. Bei ≥1.0 ITN-Vorsprung praktisch immer.
- Gleichauf ist gefährlich. Bei ITN-Differenz nahe 0 ist's 36-50% — pure Lotterie.
- Captain-Entscheidungen machen Prozentpunkte aus. In unserem Beispiel: 4.5 Prozentpunkte zwischen bester und schlechtester regelkonformer Aufstellung. Über eine Saison summiert sich das.
- Minimax-Strategie schützt vor der besten Antwort des Gegners. Wer nur auf den naiven Erwartungswert optimiert, geht ein Risiko ein.
- Die NÖTV-Regel (§7 Abs. 11) lässt nur 22 von 90 möglichen Anordnungen zu. Spieler 1 muss in 1.D oder 2.D spielen, die Paar-Summen müssen aufsteigend sein — das schränkt den Spielraum deutlich ein.
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